Stadt Geislingen an der Steige

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Evangelische Stadtkirche in Geislingen

Imposantes Bauwerk der Ulmer Münsterbauhütte

Der Stadtrundgang beginnt beim imposantesten Bauwerk der Stadt. Die heutige evangelische Stadtkirche (1424 - 1428), die einst der heiligen Jungfrau Maria geweiht wurde, macht mit ihrem 63 m hohem Turm und dem aufragenden Mittelschiff des Langhauses einen gewaltigen Eindruck im Stadtbild.

Der Baumeister ist unbekannt, doch lassen ihre architektonischen Proportionen annehmen, dass der Bau der Kirche unter der Oberleitung der Ulmer Münsterbauhütte stand.

Die einzelnen Formen sind sehr schlicht; man vermisst die Schmuckplastik. Ihr Fehlen hat seinen Grund in der Verwendung des in der Geislinger "Steingrube" (heute Stadtpark) gebrochenen porösen Tuffsteins, der keine bildhauerische Bearbeitung zuließ.

Dem Bautypus nach ist die Kirche eine dreischiffige spätgotische Basilika ohne Querschiff, die sich in ihrem räumlichen Eindruck der Hallenkirche nähert.

Ungewöhnlich groß ist auch das wertvolle Chorgestühl, 1512 von Jörg Syrlin d. J. aus Eichenholz geschnitzt. Es findet seine Ergänzung in dem Levitenstuhl mit dem Reichsadler sowie dem Ulmer und Geislinger Wappen, dem Dreisitz für die zelebrierende Geistlichkeit.

Die Stadtkirche bei der Stäffelespredigt in Szene gesetzt

Seitenaltar mit Jungfrau Maria

Eine besondere Kostbarkeit ist der ursprünglich als Seitenaltar dienende Marien- oder Sebastiansaltar des Ulmer Meisters Daniel Mauch (um 1529) im Chor der Kirche.

In der Mitte des Schreines steht etwas erhöht die heilige Jungfrau Maria, die Schutzpatronin der Kirche, links davon der heilige Mauritius mit Kommandostab, rechts die heilige Magdalena mit dem Salbengefäß.

Die Innenseite der Flügel zeigen als Relief links den Heiligen Rochus, den Patron gegen die Pest und rechts die heilige Elisabeth als Sinnbild der christlichen Nächstenliebe mit Krug und Glas, Brotlaib und Teller. Die Predella enthält zwei Gruppendarstellungen des Fegfeuers, die Jörg Syrlin d. Ä. (Ende 15. Jahrhundert) zugeschrieben werden.

Diese Darstellung ist allerdings in der Regel nur über die Osterfeiertage zu sehen. Der Baldachin des Altars birgt eine Darstellung des Heiligen Sebastian. Die Kreuzigungsgruppe (um 1520) mit dem Kruzifix, der Maria und dem heilige Johannes bildet am Eingang zum Chor einen bemerkenswerten Blickpunkt.

Die barocke Sakristeitüre aus dem Jahr 1683 symbolisiert das Alte und Neue Testament mit den Relieffiguren Moses und Jesus. Die Kanzel von 1621, ein Meisterwerk der Schreinerarchitektur, weist eine reiche Ornamentik der Spätrenaissance auf.

Der Kircheninnenraum wird durch Grabmäler (das älteste stammt aus dem Jahre 1471) zusätzlich geschmückt.

Altar
Marien - oder Sebastiansaltar

Weitere Informationen

Institut für Zeitgeschichte

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Kurz-Info

Die spätgotische Pfeilerbasilika von der Ulmer Münsterbauhütte ab 1424 gebaut, besitzt ein wertvolles Chorgestühl von Jörg Syrlin aus dem Jahr 1512.

Sehenswert sind auch der Marien- oder Sebastiansaltar von Daniel Mauch aus dem Jahr 1520 und die Kanzel aus der Spätrennaissance. Führungen bitte anmelden, Fon: 07331/24279

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